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Bergtour in die Allgäuer Alpen (Anfang Juli 2004)

 

Neunerkoepfle Neunerkoepfle Neunerkoepfle
Vilsalpsee, Punktierter Enzian, Rauhhorn (v.l.n.r, Bilder zum Vergrößern anklicken)

Ausgangspunkt dieser Wanderung im Naturschutzgebiet Vilsalpsee ist das Tannheimer Hochtal im Ausserfern(Tirol). Wegen der großen Höhenunterschiede der Tour ist die es empfehlenswert, von Tannheim mit der Seilbahn zum Neunerköpfle hinaufzufahren. Oben angekommen, befindet man sich knapp oberhalb der Baumgrenze inmitten blühender Bergwiesen. Den Wanderweg in Richtung Sulzspitze säumen Trollblumen und Punktierter Enzian.

Lochgehrenkopf Lochgehrenkopf Lochgehrenkopf Lochgehrenkopf Lochgehrenkopf Lochgehrenkopf
Mehlprimeln, Nacktstänglige Kugelblume, Alpen-Fettkraut, Alpen-Hahnenfuß, Alpen-Kuhschelle und Stengelloser Enzian

In den steilen Wiesen unterhalb des Lochgehrenkopfes wachsen auf engem Raum viele typische, kalkliebende alpine Pflanzen. Typische Bewohner steiniger Halden sind Alpen-Fettkraut, Alpen-Hahnenfuß und Alpen-Kuhschelle. In den Wiesen bilden Mehlprimeln, Frühlingsenzian und Stengelloser Enzian typische Pflanzengesellschaften.

Strindenalpe Strindenalpe Strindenalpe Strindenalpe Strindenalpe Strindenalpe Strindenalpe Strindenalpe Strindenalpe
Orchideen an der Oberen Strindenalpe: Grüne Hohlzunge, Stattliches Knabenkraut, Schwarzes Kohlröschen, Kugelknabenkraut und Breitblättriges Knabenkraut

Zur Strindenscharte führen von hier aus zwei Wege: ein Pfad auf fast konstanter Höhe entlang des Hanges und ein breiterer Weg ins Tal zur Oberen Strindenalpe und wieder hinauf zur Strindenscharte. Aus botanischer Sicht lohnt der Abstieg unbedingt, denn auf den Wiesen an der Strindenalpe gedeihen alpine Orchideen in großer Zahl: verschiedene Knabenkräuter, Grüne Hohlzunge und Kohlröschen.

Strindenscharte Strindenscharte Strindenscharte Strindenscharte
Orchideenwiese, Frühlingsenzian, Alpenglöckchen, Berghähnlein

Auf dem weiteren Weg zur Strindenscharte, auf breitem und bequemem Pfad durch orchideenbestandene Wiesen hinauf in ein kleines Schneetälchen unterhalb des Satteln bietet sich ein prächtiger Ausblick zur Tannheimer Gruppe und Estergebirge mit Zugspitze. Nach Erreichen der Strindenscharte bleibt der Weg fast auf gleicher Höhe und verläuft durch steile Almwiesen bis zur Gappenfeldalm.

Schochenspitze Schochenspitze Schochenspitze
Brillenschötchen, Alpen-Aster und Aurikel

An der Gappenfeldalm wird der Fahrweg zum Saalfelder Höhenweg. Dieser Wanderweg erschließt die Allgäuer Alpen von der Sulzspitze bis zur Lahnerscharte und bleibt dabei fast auf derselben Höhe. Von der Sulzspitze über Schochenspitze bis zur Landsberger Hütte ist der Weg recht stark frequentiert. Von der Gappenfeldalm führt er sanft bergauf durch zunehmend felsiges Gelände. Entlang des Weges wachsen zunächst Enzian und Aurikel, später auch Steinröslein, Brillenschötchen und Alpen-Aster.

Schochenspitze Schochenspitze Schochenspitze Schochenspitze
Blick zu Rauhhorn, Einstein, Vilser und Tannheimer Gruppe von der Schochenspitze
Schochenspitze Schochenspitze Schochenspitze Schochenspitze
Blick zu Lailachspitze, Steinkarspitze und Traualpsee von der Schochenspitze

Kurz unterhalb der Schochenspitze erreicht der Weg den Sattel. Der kurze Aufstieg zur Schochenspitze lohnt wegen der überwältigenden Aussicht unbedingt. Der Rundumblick reicht vom Rauhhorn im Westen über das Allgäuer Alpenvorland im Norden, die Vilser und Tannheimer Gruppe im Westen bis zur Lailachspitze im Süden, und bei guter Sicht weit darüber hinaus. Tief unten liegen in engen Tälern Vilsalpsee und Traualpsee.

Landsberger Huette Landsberger Huette
Lache und Schochenspitze sowie Lachenspitze von der Landsberger Hütte

Sanft bergab führt der Pfad durch Knieholz von der Schochenspitze zur Lache und Landsberger Hütte. Um die Lache herum künden massive Schneefeldern vom schneereichen, rauhen Wetter dieses Kessels. Unterhalb der Lachenspitze erstrecken sich riesige Schuttkegel. Die Landsberger Hütte befindet sich oberhalb der Lache und lädt zu Rast und Einkehr ein. Von hier ab wird der Saalfelder Höhenweg deutlich einsamer, weil die meisten Wanderer von der Landsberger Hütte zum Vilsalpsee absteigen. Ausreichend Zeit und Kraftreserven vorausgesetzt, bietet sich jedoch der Abstieg über den Kastenjoch und Jubiläumsweg an. Belohnt wird man für den Umweg mit einer einsamen und abwechslungsreichen Bergwelt und vielen unglaublich schönen Aussichten.

Steinkarsattel Steinkarsattel Steinkarsattel Steinkarsattel Steinkarsattel
Murmeltiere unterhalb der Roten Spitze, Blick zurück zur Lache und Schochenspitze

Der Saalfelder Höhenweg führt nun zum Sattel zwischen Steinkarspitze und Roter Spitze. Der Aufstieg ist gering und der Blick zurück zur Lache und Schochenspitze entschädigt für die Mühe. Weil der Weg hier nun viel weniger begangen ist, ist es leichter, die Tiere der Berge zu beobachten. Herden von Gemsen ziehen an den Hängen entlang und Murmeltiere fressen sich mit sichtlichem Wohlbehagen am frischen Grün satt.

Kastenjoch Kastenjoch
Steinröschen am Kastenjoch

Unterhalb der Steinkarspitze führt der Saalfelder Höhenweg zum Kastenjoch oberhalb des Alpelsees. Die Gegend wird zunehmend rauher, Steinröschen prägen das Bild am Joch. Hier gabelt sich der Weg: der Saalfelder Höhenweg verläuft in südwestlicher Richtung zur Lahnerscharte. Für den Rückweg zum Vilsalpsee folgt man hingegen dem Pfad unterhalb der Kälbelespitze. Er durchquert zahlreiche Schneefelder und Rinnen an einem rauhen, kalten Berghang. Hier dominieren Alpenglöckchen, Silberwurz und Alpenlattich die Flora.

Kirchendach Kirchendach Kirchendach
Blick vom Sattel am Kirchendach: Rote Spitze, Kastenjoch und Schrecksee

Erreicht man den Sattel zwischen Kirchendach und Knappenkopf, lässt der Ausblick alle Schneefelder und Mühen des Aufstiegs vergessen: den gewaltigen Kessel mit Alpelsee, umrahmt von Roter Spitze, Steinkarspitze, Kastenjoch und Kälbelespitze im Rücken, liegen Älpelekopf, Lahnerkopf und tief darunter der Schrecksee vor uns. Die Wiesen am Knappenkopf sind sonnenbeschienen und blühen in allen Farben. Es fällt schwer, sich von diesem Ausblick loszureißen und auf den Weg zum Kugelhorn zu machen.

Kugelhorn Kugelhorn Kugelhorn Kugelhorn
Flora am Knappenkopf: Punktierter Enzian, Stengelloses Leimkraut, Beblättertes Läusekraut

Unterhalb des Knappenkopfes trifft der Weg auf den Jubiläumsweg. Dieser führt an den Westhängen von Knappenkopf und Kugelhorn entlang durch reiche, sanft ins Tal abfallende Bergwiesen. In den Wiesen blühen Enziane und Anemonen, in Schutthalden breiten sich Polsterpflanzen wie das Stengellose Leimkraut aus.

Kugelhorn Kugelhorn Kugelhorn
Am Kugelhorn wird die Faltung der Gesteinsschichten besonders deutlich sichtbar

Unterhalb des Knappenkopfes trifft der Weg auf den Jubiläumsweg. Dieser führt an den Westhängen von Knappen- und Kugelkopf entlang durch reiche, sanft ins Tal abfallende Bergwiesen. An der West- und Nordflanke des Kugelhorns legen schroffe Abbrüche die Faltung der Gesteinsschichten eindrucksvoll zutage.

Schafwanne Schafwanne Schafwanne Schafwanne Schafwanne
Hintere und vordere Schafwanne: Blick zur Schochenspitze, ausgedehnte Schneefelder

Schließlich erreicht der Pfad den Sattel zwischen Rauhhorn und Kugelhorn. Der Jubiläumsweg führt durch die hintere und vordere Schafwanne, in denen im Juni noch riesige Schneefelder liegen, an der Ostflanke des Rauhhorns entlang. Der gesamte Weg bietet eine wunderbare Aussicht auf Schochenspitze, Geierköpfl und Rote Spitze, tief im Tal liegt der Vilsalpsee. Der Abstieg unterhalb des Geißhorns ist steil und anstrengend, belohnt wird man jedoch durch großartige Wasserfälle und Bergwiesen. Erst kurz oberhalb des Vilsalpsees wird die Baumgrenze erreicht. Der Wanderweg endet an der Vilsalpe, von hier aus läuft man auf Fuß- und Fahrweg um den Vilsalpsee herum und nach Tannheim zurück.