Bergtour ins Ammergebirge (Ende Juni 2004)
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| Ettaler Weidmoos: Wiese mit Schlangenknöterich, Schlauchenzian und Mehlprimeln,
Breitblättriges Knabenkraut, Karlszepter, Baumweißling an Mehlprimelblüte,
Strohgelbes Knabenkraut und Sibirische Schwertlilie (v.l.n.r, Bilder zum Vergrößern anklicken)
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Das Ettaler Weidmoos am Fuße des Ammergebirges stimmt auf die Bergtour ein.
Hier wird die Ammer nach ihrem Weg durch den Schotter des Linder Grieses zum kleinen Fluss.
In den durchfeuchteten Wiesen lassen sich zahlreiche moortypische Pflanzen (z.B. Orchideen und Enziane) und sogar
das seltene Karlszepter entdecken. Unzählige Schmetterlinge fliegen durch die Wiesen und Vögel
versorgen ihre Brut. Das Weidmoos lässt sich auf den gut ausgebauten Wegen zu Fuß oder per
Fahrrad sehr gut erkunden.
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Blick vom Kofelsattel auf Pulvermoos und Unterammergau |
Der Weg an der Kolbenalm vorbei führt mit sanfter Steigung zum Königssteig. Am Hang des Rappenkopfes
geht es auf fast ebenem Weg durch Bergbuchenwälder, kleine Schluchten und steile Wiesen zum Kolbensattel.
An einigen Stellen des Weges öffnet sich der Blick ins Vorland auf Pulvermoos, Hörnle und Ammergau.
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| Alm mit Bergahorn am Zahn, Wiese an der Sonnenspitze und Sonnenberggrat |
Nach Rückkehr zur Schutzhütte am Kolbensattel geht es den nun steiler werdenden Weg Pürschling
hinauf. Nach wenigen Minuten gabelt sich der Weg in den Pfad über den Sonnenberg (nur für Geübte)
und den direkten Weg über die kolbensattelhütte. Trittsicherheit und entsprechendes Schuhwerk
vorausgesetzt, ist der Pfad über den Sonnenberggrat problemlos zu meistern. Unterhalb des Zahns öffnet
sich der Nadelwald und der Pfad führt über Almwiesen und Knieholz in die schroffen Felsen des
Sonnenbergs. Der Pfad bleibt etwas unterhalb der Gipfel, die jedoch zumeist gut zu erklettern sind.
Auf dem kalkigen Boden gedeihen u.a. Aurikel, Silberwurz, Enziane, Trollblumen. Entlang des Pfades
gibt es immer wieder überraschende Ausblicke auf das Vorland, das Linder Gries tief unterhalb und in die
zerklüftete, bizarre Gipfelwelt des Sonnenberges.
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| Pflanzen am Pürschling: Stattliches Knabenkraut, Alpen-Kuhschelle, Berghähnlein
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Am Pürschling lädt das August-Schuster-Haus, bis auf November sowie um Ostern ganzjährig
bewirtschaftet, zur Rast ein. Der eindrucksvolle Blick
reicht vom langen Tal des Linder Grieses bis hinauf zu den Gipfeln des südlichen Ammergebirges
und zu Brunnenkopf und Hochplatte in westlicher Richtung.
Am Pürschling enden die breiten Wanderwege, in westlicher Richtung geht es auf schmalen Pfaden
zu den Gipfeln nördlich von Schloss Linderhof.
Nach einer kleinen Stärkung führt der Weg weiter bergan, über kalkgeprägte
Wiesen mit Orchideen, Enzianen und Berganemonen.
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| Äsende Gemsen am Teufelskopfstätt |
Die satten Wiesen im Sattel unterhalb des Teufelskopfstätts
sind für Gemsen offenbar sehr einladend. Verhält man sich ganz ruhig und weht der Wind
günstig, kann man die Tiere in ihren kleinen oder großen Herden beim Äsen beobachten.
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| Blick zur Zugspitze, Abend am Teufelskopfstätt |
Wenn am Abend die Sonnen im Westen tiefer sinkt, lässt sich am Teufelskopfstätt ein
beeindruckender Sonnenuntergang beobachten. Zuerst kriecht der Schatten der Berge durch das Lindertal.
Langsam klettert der Schatten die gegenüberliegenden Hänge am Brunnenköpfl herauf.
Schließlich sind nur noch die Berggipfel beleuchtet, die untergehende Sonne taucht sie in immer röter
werdendes Licht. Mit dem Ende der Dämmerung kehrt dann tiefe Ruhe ins Ammergebirge ein.
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| Vom Laubeneck zur Nebelalm: Allermannsharnisch, Frühlingsenzian, Silberwurz,
Eichhörnchen und bewimperte Alpenrosen |
Am frühen Morgen gehört das Ammergebirge noch ganz der Natur. Der Weg vom Teufelskopfstätt
vorbei am Laubeneck zur Nebelalm führt durch blühende Wiesen mit weidenden Gemsenherden und zahlreichen
Vögeln, durch Knieholz auf nicht zu steilem Pfad hinab in die Schluchten unterhalb des Teufelskopfstätts.
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| Akeleiblättrige Wiesenraute, Alpen-Waldrebe und Hahnenfuß im Kurztal, Josefskapelle und Blick zum Peissenberg |
Im Hengstwald trifft man auf einen Bergmischwald mit uralten, moosbewachsenen Baumriesen und geheimnisvollen
Lichtungen. Akeleiblättrige Wiesenraute, Alpen-Waldrebe und ganze Wiesen voll mit Eisenhutblättrigem
Hahnenfuß sämen den Weg hinunter ins Kurztal. Kurz nach der Bergwachthütte führt der
Maximiliansweg wieder bergauf in Richtung Pürschling. An der Josefskapelle erstreckt sich eine große
Alm und gibt den Blick frei auf die schroffen Hänge des Teufelskopfstätts und zum Pürschling.
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| Wasserfall am Brunnberg, Bergwiese unterhalb des Kolbensattels mit Waldportier, Knöterich,
Kugelknabenkraut, Mückenhändelwurz, Geflecktem Knabenkraut, Fleischfarbenem Knabenkraut
und Sommerwurz in den Bergwiesen |
Kurz oberhalb der Josefskapelle zweigt der Weg zur Kolbensattelhütte nach links ab. Er verläuft nahezu
eben und schattig am Hang des Sonnenbergs. Immer wieder quert der gut ausgebaute Wanderweg kleine Täler
und bietet großartige Ausblicke ins Vorland des Ammergebirges. Nach einer Stärkung in der
Kolbensattelhütte beginnt der letzte Teil des Abstiegs, vorbei am Brunnbergwasserfall hinunter zur Kolbenalm.
Am Fahrweg angekommen, lohnt ein Abstecher zu den saftigen Bergwiesen am Steckenberg.
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Simsenlilie und Wollgras, Weiße Waldhyazinthe und Schlauchenzian im Kochelfilz |
Bleibt nach dem Abstieg nach Oberammergau noch Zeit, lohnt ein Abstecher in die Moorgebiete nördlich
des Ammergebirges. Im Pulvermoos zwischen Ober- und Unterammergau gibt es ausgedehnte Bestände der
sibirischen Schwertlilie zu bestaunen. Im Kochelfilz zwischen Unterammergau und Altenau wachsen Schlauchenzian,
Orchideen und Wollgräser. Zahlreiche Schmetterlinge und Vögel bevölkern diese Feuchtgebiete.
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